Ecuador? – Nope, du bleibst erstmal in Madrid!

Flashback! Ich sitze im Shuttle vom Flughafen zum Marriot Hotel in Madrid, Stopover für eine Nacht. Dies erinnert mich an den Stopover in Madrid im Jahr 2000. Auf dem Rückweg von Mexiko hatten wir aufgrund der zeitlichen Lage der Flüge einen kostenlosen Aufenthalt in Madrid inkludiert.

Damals freuten wir uns auf diese Möglichkeit, vor der Rückkehr nach Deutschland noch eine uns unbekannte Stadt erkunden zu können. Als wir realisierten, dass unser Gepäck nicht mit uns im Flieger war, trübte dies unsere Vorfreude. So verbrachten wir den Großteil der Zeit damit, unserem Gepäck nachzuspüren. Entsprechend frustriert waren wir, als wir ohne Wechselkamotten im Hotel ankamen.

Gebeutelt von der Sorge um unsere Rucksäcke und insbesondere über den möglichen Verlust des Inhalts, war die Zeit in Madrid für uns natürlich eher enttäusched, als erfreulich.

Zurück ins Hier und Jetzt

Die Vorzeichen des heutigen Stopovers in Madrid waren von vornherein negativ geprägt. Hatte ich doch ursprünglich geplant, noch am gleichen Tag, an dem ich Hamburg verlassen hatte, in Ecuador anzukommen.

Pustekuchen! Der Flug von Madrid wurde storniert. Mit der Gewissheit, dass ich frühestens am nächsten Tag nach Guayaquil würde kommen können und der Ungewissheit, ob der Ersatzflug überhaupt abheben würde, saß ich nun im Shuttle und machte mir so meine Gedanken. Schließlich war mir der Grund für die Stornierung nicht bekannt und hatte es auch nur durch eigene Recherche herausgefunden. In Hamburg am Checkin-Schalter hieß es noch, dass der Flug planmäßig durchgeführt werden sollte.

Aufgrund der momentanen Unruhen in Ecuador und dem dort ausgerufenen Ausnahmezustand hatte ich die Befürchtung, dass ich möglicherweise überhaupt nicht nach Ecuador kommen würde. Nach einer Recherche fand ich heraus, dass für die Verschiebung wohl eine technische Überprüfung der Maschine verantworltich war. Diese sollte zunächst aus Guayaquil nach Madrid fliegen und war nun dort mit einem Tag Verspätung abgeflogen. Dies beruhigte mich etwas, aber nur etwas.

Nachdem ich mein Gepäck am Flughafen in Empfang genommen hatte, wurde ich am LATAM Airlines Schalter sehr freundlich und zuvorkommend empfangen. Ohne, dass ich groß diskutieren musste, bekam ich ein Hotelzimmer inklusive Vollverpflegung und kostenlosem Shuttelservice zum Flughafen angeboten. Ich nahm natürlich an.

Aus der Not eine Tugend machen

Im Hotel angekommen, nahm ich erstmal einen Wagyu Burger zu mir und genoss ein spanisches Craft Bier.

Ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht schnell von der Enttäuschung losgelöst und den unerwarteten Zwischenstopp in Madrid als Chance gesehen hätte. Nämlich die verpasste Gelegenheit aus der zu Beginn erwähnten Reise, mir die Stadt ein wenig anzuschauen, nachzuholen zu können.

Leider liegt das Marriot Hotel, in dem ich untergebracht war, etwas außerhalb der Stadt. Es dauerte ungefähr 45 Minuten, bis ich das Stadtzentrum erreicht hatte. Mittlerweile war es schon früher Abend und die Dämmerung setzte ein.

Nichts desto trotz konnte ich noch ein paar Sehenswürdigkeiten ablichten. Dank meiner neuen Kamera sind die Aufnahmen trotz schwieriger Lichtverhältnisse etwas geworden:

Zum Abschluss meines kleinen Ausflugs – und ihr könnt es euch vermutlich schon denken – stattete ich einer der zahlreichen Craft Bier Bars im Herzen Madrids einen Besuch ab. Ich erkor die Brew Wild Pizza Bar aus und gönnte mir den ein oder anderen Schoppen feinsten, spanischen Handwerksbier.

Da die Temperaturen sich dafür anboten und auch das Angebot es hergab, konzentrierte ich mich auf Sauerbiere. Eine Sour Gose von La Quince aus Madrid sowie ein mit Früchten aromatisiertes Sour Ale als Gemeinschaftssud der katalonischen La Cavalera Brauerei und La Malpolon aus Frankreich. Abgeschlossen wurde der Abend mit einem nicht ganz so sauren, dafür aber angenehm hopfigen American IPA der Garage Beer Co. aus Barcelona.

Nun wurde es aber auch allerhöchste Zeit, den Heimweg anzutreten. Nicht nur, weil ich relativ zeitig am nächsten Tag aufstehen wollte, sondern auch, weil der Rezeptionist meinte, nach 23 Uhr sei es schwierig, noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück zum Hotel zu kommen. Natürlich stieg ich erstmal in die Bahn, die in die falsche Richtung fuhr – verlasse man sich einmal auf Google Maps…

Dennoch erreichte ich noch einen Bus, der mich direkt vor dem Hotel absetzte. Und so konnte ich nach einem kleinen Mitternachtssnack ins Traumland entfliehen.

Nun sitze ich im Flugzeug und werde in ungefähr 12 Stunden in Guayaquil aufsetzen. Das Abenteuer kann beginnen. Ich bin gespannt, inwiefern mich die aktuelle Situation dort in meinen Reiseplänen beeinträchtigen wird. Schließlich sind viele Fernstraßen von Demonstranten blockiert und hin und wieder finden Streiks statt, die sämtliche Infrastruktur zum Erliegen bringen.

Glücklicherweise bin ich die ersten zwei Wochen in Montañita, wo man von den Ausschreitungen anscheinend nichts mitbekommen soll. Aber da muss ich auch erstmal hinkommen!

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